Am 30. Mai 1968 wurde die Universitätskirche St. Pauli am Augustusplatz gesprengt, um Leipzig zu einer sozialistischen Stadt zu machen, in der Kirchen keinen Platz mehr hatten.
Der atheistisch, von Lenin geprägte Staatsapparat sah in der Kirche einen Konkurrenten seines Bildungsmonopolanspruches, den er bekämpfen müsste.
Die ESG trifft sich jedes Jahr am Tag der Sprengung auf dem Schuttberg der alten Kirche in Propstheida, um in einer Andacht der Zerstörung zu gedenken.
Pfarrer Frank Martin machte in der Begrüßung deutlich, dass wir Christen in der Vergangenheit verwurzelt, aber nicht stehen geblieben sind. Wichtig für heute sei die Erinnerung, die wach gehalten werden müsse, auch wenn den Akteuren von damals vergeben sei.
Nach einer kurzen Darstellung der Geschehnisse vor 41 Jahren rief der Student Stefan Zahn dazu auf, den Blick nach vorne zu richten. Der Bau der neuen Universitätskirche sei eine Chance, eine Kirche zu errichten, die in Gottes Sinne Wissenschaft, Glauben und Gesellschaft prägt.
Auch in diesem Jahr war es eine schöne Veranstaltung (trotz Regenwolken), die zeigt, dass die Studenten auch nach 41 Jahren ihre Wurzeln kennen und pflegen.
Stephan Zahn und Lisa Bender