Diesen Sonntag war das traditionelle Fußballspiel, welches wir als ESG jedes Semester gegen die KSG austragen. Der Ort des Geschehens war wie immer im Sommer ein Platz im Freien und zwar eine richtige Fußballwiese in Lößnig. Allerdings stellte sich beim näheren Hinsehen heraus, dass diese Wiese nicht nur von Fußballspielern genutzt wurde, sondern wohl auch von Hundebesitzern, welche den Platz als öffentliche Toilette betrachten. Experten unter uns munkelten zwar, dass die Hinterlassenschaften eher von Füchsen als von Hunden stammen würde, doch auch dies änderte nichts an dem Zustand unserer Schuhe nach dem Spiel. Wir ließen uns jedoch nicht aufhalten, und bezogen auf der Wiese Stellung. Es bildete sich ein roter und ein blauer Kreis von Spielern, welche sich über die Taktik für das nun kommende Spiel besprachen.
Neben dem Spielfeld ließen sich die Zuschauer nieder. Wir ESGler hatten unsere Fahne vergessen, und mussten so neidisch auf die Flagge der Gegenseite blicken. Die KSG legte dieses Semester besonders viel Wert auf ihren Fanblock, so dass sogar ihr Pastor, Alexander, nicht im Spiel einsetzten wurde, sondern er sich mit Sonnenbrille und Liegestuhl auf der Tribüne niederlassen musste. Dieser erste Punkt ging daher eindeutig an die KSG.
Auch wenn für einen richtigen Anpfiff die Trillerpfeife fehlte, war auf dem Spielfeld der Ball mittlerweile ins Rollen gekommen. Schon nach den ersten Sekunden bewies die KSG, dass nicht nur ihre Fans eine gute Aufstellung hatten, und schossen augenblicklich das erste Tor. Und kaum war der Ball wieder im Spiel, mussten sich unsere Verteidiger, meist vergeblich, gegen die blaue Übermacht durchsetzen. Nur wenige Male gelang es uns in der ersten Halbzeit das gegnerische Tor überhaupt zu erreichen, und so war der Spielstand vor der Pause 8:1 für die KSG. "Das hat es noch nie gegeben" waren die einzigen Worte, welche Frank hierzu noch sagen konnte.
Während der ersten Halbzeit war es auf der blauen Seite der Tribüne immer stiller geworden. Angesichts der Stärke auf dem Feld, meinte man wohl, am Rand nicht mehr viel sagen zu müssen. Ganz im Gegenteil die Roten. Mit lauten Pfeifen, Klatschen und Rufen versuchte man die tapferen Genossen auf dem Feld zu ermutigen.
Während der Pause bekam die ESG Leipzig Zuwachs: zwei junge Fußballer, laut Frank Studenten und evangelisch! - und somit die perfekte Unterstützung für unsere Gemeinde. Und so zogen wir mit viel Getöse von den Fans in die zweite Halbzeit. Doch auch mit dieser neuen Unterstützung gelang es uns nicht mehr das Blatt zu wenden. Hier half auch nicht das laute Gebrüll des Publikums, welche es sogar in Kauf nahmen, ihre Ohren gänzlich zu opfern. Eine Wirkung hatte die laute Fangemeinde jedoch auf Friedrich. Er schoss mit einem beeindruckendem Kopfball das dritte und letzte Tor und dabei nahm er nicht einmal Rücksicht auf seine Brille, die wie er, bei dieser beeindruckenden Aktion zu Boden ging. So kam am Ende das traurige Ergebnis von 3:11 für die KSG zustande.
Nach dem Spiel wurde das schöne Wetter in der ESG noch beim Grillen genutzt und so fand der Tag doch einen versöhnlichen Abschluss.